Unfreiwillige Nachbarschaftshilfe.
Der FSV unterliegt dem TSV Pilsting mit 1:3 – Zweimal „Rot“ und ein „Zehner“ für den Gastgeber.
Hätte es sich am Samstag im Spiel des FSV Landau um irgend eine der 13 Heimpartien dieser Saison gehandelt, wo der Gastgeber als Tabellenführer den Vorletzten der Liga empfing, hätte man keine allzu großen Spekulationen darüber angestellt, wer hier wohl als Sieger vom Platz gehen würde.
Weil es sich aber in der Begegnung der Bergstädter gegen den TSV Pilsting um ein Nachbar-Derby mit pikanter Vorgeschichte aus dem Hinspiel handelte, und der Spitzenreiter aufgrund mehrerer Ausfälle personell nicht gerade aus dem Vollen schöpfen konnte, durfte darüber spekuliert werden.
Allerdings erübrigte sich die Spekulation darüber spätestens mit dem 0:3-Halbzeitstand zu Gunsten der Gäste, denn verbunden mit dem dritten Treffer war der erste Platzverweis, als Lunz bei einem Konter des TSV seinen Körper zwischen Ball und Gegner stellt, was der Schiedsrichter als „Notbremse“ wahr- nahm und „Rot“ zückte, ehe TSV-Spielertrainer Sußbauer den Freistoß direkt zum 0:3 in die Maschen setzte.
Alles was im zweiten Durchgang folgte, hatte mit der tatsächlichen Punktevergabe nicht mehr viel zu tun, und war auch fußballerisch keine „Augenweide“, obwohl dem FSV (51.) kurz nach Wiederbeginn durch Seer das 1:3 gelang, und für Metzner nach Latten-Abpraller nach einem 20-Meterschuss von Damböck (64.) das 2:3 „bereit lag!“
Endgültig aus dem ohnehin überschaubaren Konzept brachte die Bergstädter dann ab der 72. Minute eine „Zeit-Strafe“ für Loibl, nachdem der Gast zwischenzeitlich eine Konter-Situation mit drei Spielern gegen die „Ein-Mann-Abwehr“ Loibl nicht nutzen konnte (57.), und FSV-Torhüter Bielmeier (73.) einen Kopfball von Strohhammer mit Bravour über die Latte lenkte.
Auch wenn dem FSV-Team die Heimniederlage nicht ins Konzept passte, die „Rote“, die sich Seer in der Nachspielzeit einhandelte, war nicht nur angesichts der bereits bestehenden Personal-Probleme, völlig überflüssig!
Die Vorgabe war beiderseits klar, denn während der abstiegsgefährdete TSV Pilsting jeden Punkt dringend benötigt, um mit einem Erfolgs-Erlebnis doch noch den Klassenerhalt hinzubekommen, hatte der Gastgeber trotz reduziertem Kader die Absicht, seinen bereits auf neun Punkte angewachsenen Vorsprung, zumindest nicht leichtfertigerweise verringern zu lassen.
Die Tatsache, dass der TSV zuletzt einen 3:0-Heimsieg über die DJK-SV Geratskirchen mit in die Bergstadt gebracht hatte, während der Gastgeber in einer turbulenten Partie beim FC Bonbruck/ Bodenkirchen als 5:3-Sieger vom Platz ging, ließ die 200 Zuschauer unter der Leitung von Referee Kessner (SR-Gruppe Kelheim-Mallersdorf) auf eine spannende Begegnung hoffen.
Beim FSV stellte man sich jedoch vor Beginn dieses Derbys die Frage, wie es mit der Ausfall-Liste bestellt sein würde, nachdem zuletzt in Bonbruck Tobias Piller, Manuel Perstorfer, Kapitän Simon Weinzierl und Christian Zellmer verletzt passen mussten, wozu sich nun auch noch Kevin Löffler gesellte.
Während Weinzierl wieder in der Start-Elf auflief, war bei Zellmer und Piller, die auf der Bank saßen, eher Vorsicht geboten, wie sich bei Piller nach seinem 12-minütigen Kurz-Einsatz herausstellte, weil ihn die Verletzung erneut zur Aufgabe zwang.
FSV Landau: Felix Bielmeier, Enrico Loibl, Patrick Ortmeier, Valentin Damböck (68. Tobias Piller – 80. Kerim Nefes), Johannes Lunz, Simon Weinzierl, Florian Reitberger (46. Simon Wippenbeck), Michael Wagner (68. Adrian Bumeder), Timo Seer, Anton Metzner und Thomas Etzel.
Torfolge: 0:1/0:3 (11./45+3) Sußbauer, 0:2 (27. Aigner), 1:3 (51.) Seer.
Vorkommnisse: 45.+1 „Rot“ für Lunz, 72. „Zeitstrafe“ für Loibl, 90.+4 „Rot“ für Seer (alle FSV Landau).
FSV-Trainer Christoph Schambeck:
„Dass uns aufgrund einer ganzen Reihe angeschlagener Spieler eine schwere Aufgabe bevorstehen würde, war zu erwarten. Die erste Halbzeit war desolat, das wissen wir alle, brauchen aber auch nicht mehr daraus machen. Im Endeffekt war es eine Derby-Niederlage, die immer extrem weh tut, aber auch das sind nur drei Punkte, die wir liegen ließen. Ich denke, es war das richtige Zeichen, um sich wieder auf jene Tugenden zu konzentrieren, wodurch wir zu den 49 Punkten kamen!“
FSV übergibt 500,- € Spendenscheck
Somit blieb an diesem Ostersamstag die einzig erfreuliche Angelegenheit aus Sicht des FSV in der Halbzeitpause die Übergabe eines Spendenschecks der Senioren-Spieler über die Summe von 500,- € durch Melanie Fröschl und Ausschuss-Mitglied Hannes Obermeier an Maria Reitberger, ihres Zeichens 1. Vorsitzende vom Kinderschutzbund Landau.
Vorschau:
Der nächste Spieltag beschert dem FSV bereits am kommenden Freitag 10. April ein Flutlichtspiel, wozu er ab 20.00 Uhr beim TSV Gangkofen zu Gast sein wird.
