Teil 1 von 2:
Beim Fußball hat sich in den letzten Jahrzehnten vieles verändert, nicht nur das Regelwerk, sondern auch die Bälle, Fußballschuhe oder die „Drei-Punkte-Regel“, und dennoch gilt er weiterhin als Lieblingssport Nummer EINS der Deutschen!
Ob sich der Fußball-Fan, der zuletzt in den 50-iger oder 60-iger Jahren jedes Wochenende die Spiele seines Vereins besuchte, heute auf Anhieb die ihm aus seiner Zeit bekannte Sportart wieder erkennen würde darf zumindest bezweifelt werden, wenngleich eine der „Regeln“ unverändert blieb, die besagt: „Das Runde muss ins „Eckige“, wenn man das Spiel gewinnen will!
Pressewart Franz Holzmeier hat „quer Beet“ – ohne Garantie auf Vollständigkeit und Beachtung der zeitlichen Abläufe vor und während des Spiels, – versucht, von „A“ wie Anstoß, bis „Z“ wie Zeitstrafe, die Vergangenheit der Gegenwart gegenüber zu stellen!
![]() Fotorechte: FuPa |
| Während in den „höheren“ Spielklassen eine „Einlauf-Eskorte“, bestehend aus Junioren-Fußballern für Spieler und Schiedsrichter, – 1994 von Willi Lemke (Manager des SV Werder Bremen) eingeführt – üblich ist, so nutzen Vereine unterer Ligen, – wie hier der FSV Landau – diese Möglichkeit eher selten, aber sehr gerne zur Präsentation ihrer immensen Jugendarbeit! |
Dass es dennoch in vielen Belangen große Unterschiede zwischen dem Amateur- und dem Profi-Fußball gibt, muss man dem Anhänger dieser Sportart nicht erklären, denn während in den Amateur- Spielklassen noch der Schiedsrichter die finale Entscheidung darüber trifft, ob eine Abseitsstellung vorlag, übernimmt das seit der Saison2017/18 beim Profi-Fußball der „Video Assistant Referee“, kurz „VAR“ genannt!
Ähnlich verhält es sich bei der Wahrheitsfindung, ob der Ball beim Schuss auf das Tor, die Linie in vollem Umfang überschritten hat, durch die 2015 eingeführte Torlinien-Technik!
Dass eine Rasen-Heizung – seit 2007 für 1. und 2. Bundesliga Pflicht -längst zur vorgeschriebenen Grundausstattung in den oberen Ligen zählt, verhindert nicht nur wie in den 60-iger Jahren, „Spiele auf Schnee“, sondern sorgt dafür, dass auch in den Wintermonaten die Spielpläne eingehalten werden können!
Wer heute statt der längst üblichen „3-er, 4-er oder 5-er-Kette“ noch nach einem Libero Ausschau hält, der sucht ihn vergebens, denn nicht nur die Fitness und Technik betreffend, sondern auch was das Beherrschen von unterschiedlichen Spiel-Systemen betrifft, haben die Amateur-Fußballer – und das schon im Junioren-Alter – durch ihre bestens geschulten Trainer eine ganze Menge hinzugelernt!
Dass ein Team taktisch auf einen Rückstand völlig anders reagiert, als auf einen Vorsprung, das wird inzwischen selbst in den untersten Spielklassen von den Teams erwartet und beobachtet!
Ähnlich verhält es sich bei der Rolle des „Spielmachers“, wie zu Zeiten eines Günter Netzer, oder Wolfgang Overath die diese Rolle bei Gladbach, Köln und in der DFB-Elf mit der markanten Rücken-Nummer „10“ einnahmen!
Grob betrachtet, hat im modernen Fußball jeder Spieler die Rolle des „Regisseurs“ inne, sobald er mit dem Ball am Fuß in der gegnerischen Hälfte auftaucht, und somit als Vorlagengeber fungiert!
Zur taktischen Ausbildung im modernen Fußball gehört ebenso dazu, dass die Defensiv-Akteure nicht nur die gegnerische Offensive bewachen, sondern das eigene Spiel durch Vorstöße ankurbeln, wenn möglich den Gegner dadurch überraschen, und so wesentlich zur Variabilität ihres eigenen Angriffsspiels beitragen!
Ebenso gehört eine Sturmreihe längst der Vergangenheit an, die es sich leisten kann, in vorderster Linie nur noch darauf zu warten, um Zuspiele aus dem Mittelfeld mit möglichst geringem Laufpensum in Tore umzumünzen!
Was nach wie vor gilt, dass sind die Maße des Spielfeldes, die laut Statuten minimale Unterschiede betragen dürfen, die Maße für den Straf- und Torraum, sowie die aus dem englischen Regelwerk übernommenen 9,15 Meter Abstand des gegnerischen Spielers bei Frei- oder Eckstößen, bzw. die 7,32 und 2,44 Meter für das „Heiligtum“ des Keepers!
Beim Anstoß musste der Ball zunächst regelkonform immer vorwärts gespielt werden, seit 2016 darf er auch in die eigene Hälfte zurückgespielt werden!
Der Spielball war früher noch aus echtem Leder mit beim Kopfball „spürbaren“ Nähten, sog sich bei Nässe voll, und wurde so von Minute zu Minute immer schwerer!
Rund 20 Spieler im Training, aber nur 10 – der älteren – Bälle, war keine Seltenheit, die nach jeder Trainings-Einheit gewaschen, in der Kabine getrocknet, und mit Lederfett eingerieben wurden!
Eine Coaching-Zone (Technische Zone) markiert seit 1993 den erlaubten Bewegungsbereich der Trainer vor den Ersatzspielerbänken!
Die „Drei-Punkte-Regel“ für den Sieger wurde 1994 eingeführt, um die Teams zu mehr Offensiv -freude zu animieren, und so für den Zuschauer die Attraktivität des Spielgeschehens zu steigern!
Ein Einwurf in Strafraumnähe des Gegners, oder ein Eckball bedeutet längst nicht mehr nur, dass man weiterhin in Ballbesitz bleibt, sondern lösen eine echte Torgefahr aus, besonders dann, wenn ein Team über kopfballstarke Abwehrspieler verfügt, die in den gegnerischen „16er“ mit aufrücken!
Einen Freistoß ohne Abwehrchance für die „Mauer“ oder den Keeper direkt verwandeln zu können, gehört immer noch zur „hohen Kunst“ jedes Fußballers, egal, ob Profi oder Amateur!
Dass ein Elfmeter nach Hand- oder Foulspiel nicht automatisch einen Torerfolg bedeutet, weiß jeder Schütze, der schon mal am gegnerischen Keeper scheiterte, oder gar das Ziel verfehlte!
Ein Elfmeterschießen, um nach 120 Minuten vergeblichem Bemühens einen Sieger zu ermitteln, gehört mit zum Spannendsten was der Fußball zu bieten hat, ist die Empfehlung eines bayerischen Schiedsrichters, und ersetzte seit 1981 den bis dahin praktizierten Los-Entscheid!
Tragischstes Beispiel aus deutscher Sicht war 1965 der 1.FC Köln, der im Europapokal gegen den FC Liverpool dreimal Remis gespielt hatte, ehe sich das Los gegen ihn entschied!
Eine Verlängerung von 2 x 15 Min. wird immer dann erforderlich, wenn innerhalb der normalen Spiel- zeit von 2 x 45 Min. kein Sieger mittelt werden konnte, aber gefunden werden muss!
Zumindest bis in die 60-iger Jahre war es in der damaligen A-Klasse (heute Kreisliga) noch üblich, dass der Gastgeber die Halbzeitgetränke – drei Limo – für die gegnerische Mannschaft, und eine Fanta für den Schiedsrichter stellte.
Wenn da 11 Spieler Durst hatten, konnte es schon passieren, dass die letzten Jungs „leer ausgingen!“
Inzwischen schwört jedes Team auf seinen eigenen „Zaubertrank“ in ausreichender Anzahl!
Erst 1967 wurde das Ein- und Auswechseln während des Spiels ins Regelwerk aufgenommen, was zum Beispiel beim WM-Finale 1966 England – Deutschland noch nicht galt.
Schied damals ein Spieler mit Verletzung aus, so musste sein Team in Unterzahl weiterspielen!
Waren zunächst nur zwei Wechsel erlaubt, und ab 1995 drei, so sind als Neben-Produkt der Pandemie seit 2020 sogar bis zu fünf „frische Kräfte“ möglich, und bei Spielen mit Verlängerung deren sechs!
Das seit vielen Jahren von der A-Klasse bis zur Kreisliga ein „Rückwechsel“ erlaubt ist, bietet den Trainern weitere Möglichkeiten, um taktisch ins Spielgeschehen einzugreifen!
Was sich in den zurückliegenden Jahrzehnten beim Fußball unter anderem sonst noch verändert hat, auf das versuche ich demnächst auf dieser Homepage im 2.Teil einzugehen!

