Teil 2 von 2:
Beim Fußball hat sich in den letzten Jahrzehnten vieles verändert, nicht nur das Regelwerk, sondern auch die Bälle, Fußballschuhe oder die „Drei-Punkte-Regel“, und dennoch gilt er weiterhin als Lieblingssport Nummer EINS der Deutschen!
Ob sich der Fußball-Fan, der zuletzt in den 50-iger oder 60-iger Jahren jedes Wochenende die Spiele seines Vereins besuchte, heute auf Anhieb die ihm aus seiner Zeit bekannte Sportart wieder erkennen würde darf zumindest bezweifelt werden, wenngleich eine der „Regeln“ unverändert blieb, die besagt: „Das Runde muss ins „Eckige“, wenn man das Spiel gewinnen will!
Pressewart Franz Holzmeier hat „quer Beet“ – ohne Garantie auf Vollständigkeit und Beachtung der zeitlichen Abläufe vor und während des Spiels, – versucht, von „A“ wie Anstoß, bis „Z“ wie Zeitstrafe, die Vergangenheit der Gegenwart gegenüber zu stellen!
![]() Foto: Franz Holzmeier | Für Farbe der einst einheitlich schwarzen Fußballschuhe der Marken „Adidas“ oder „Puma“ sorgen inzwischen die in allen Farben und aus unterschiedlichsten Materialien hergestellten „bunten“ Schuhe, bedeuten aber noch lange keine Garantie auf Tore und Punkte! Der einzige Unterschied bei den damaligen Schuhen bestand darin, dass man im Sommer etwas kürzere „Lederstollen“ einschraubte, und sie bei tieferem Boden durch 16 mm lange „Alu-Stollen“ ersetzte, – denn wer hatte schon das Geld, für zwei verschiedene paar Fußballschuhe! Diese Schuhe (der Marke Eigenbau) gehörten einst dem Sattlermeister und 2023 verstorbenen FSV-Ehrenmitglied Franz Schrettenbrunner mit denen er in den 60-iger Jahren als Mittelfeldspieler (Halbstürmer) und Mannschafts-Kapitän sein Team auf den Platz führte! Ob heutzutage ein Fußballer wohl damit noch spielen würde, bzw. könnte? |
Wer heutzutage das 30 bis 40-minütige intensive Aufwärmen und Dehnen der Spieler betrachtet, der kann sich kaum vorstellen, dass den Akteuren vor Jahrzehnten die 10 Minuten völlig ausreichten, um ihre Muskulatur für die anstehenden 90 Minuten „vorbereitet“ zu haben!
Für die kalte Jahreszeit standen uns die Wärmesalben „Rubriment“ oder „Finalgon“ bereit, und gingen schon in der Kabine reihum, – man durfte nur nicht vergessen, sich hinterher die Hände zu waschen!
„Können wir bitte ein oder zwei Bälle zum Aufwärmen haben?, diese Frage stellte damals das Gäste-Team dem Gastgeber, denn selber ein volles Netz mit eigenen Bällen, Markierungshütchen usw. mitzubringen, war damals noch nicht üblich!
Was die dem Spieler vom Referee vorgehaltenen Karten in den Farben „Gelb“ (Verwarnung) oder „Rot“, bzw. „Gelb/Rot“ (Platzverweis) bedeuten, die zur Saison 1970/71 eingeführt wurden, weiß er inzwischen genau, war aber nicht immer so, denn bis zu deren Einführung, musste ihm dies der Schiedsrichter mit Gestiken verständlich machen, was bei international Partien oftmals zu minuten- langen Diskussionen führte, wie 1966 beim WM-Spiel Deutschland – Uruguay, als die Südamerikaner zwei Platzverweise hinnehmen mussten!
Die Idee dazu ergab sich für zwei Schiedsrichter aus Deutschland (Rudolf Kreitlein) und England (Ken Aston) aus der Verkehrs-Ampel, daher wird „Gelb/Rot“ auch als „Ampel-Karte“ bezeichnet!
Die „10-Minuten-Strafe“ bietet zum einen dem Spieler die Chance, über sein begangenes „Vergehen“ nachzudenken, oder dem Trainer die Möglichkeit, ihn nach Ablauf der Strafzeit durch einen anderen Akteur zu ersetzen!
Mit Einführung der „Rückpass-Regel“ – eingeführt zur Saison 1992/93 – wurde der Torhüter bei Rückpässen der Mitspieler plötzlich vor die Herausforderung gestellt, den Ball nicht nur mit den Händen, sondern auch mit dem Fuß zu beherrschen!
Sinn und Zweck war es, die für den Gegner und Zuschauer langweilige „Zeit-Schinderei“ zu beenden!
Die Trikots mussten früher in die Hose gesteckt sein, worauf der Schiedsrichter stets achtete, haben aber inzwischen Maße, die diese Regelung „außer Kraft setzen“, hingegen ist das Tragen von Schienbeinschonern bereits bei den „Jüngsten“ Fußballern längst Pflicht geworden!
Die Werbung auf Trikots und Trainingskleidung mit Firmennamen und Logos von Sponsoren war noch nicht bekannt, denn abgesehen von den Rückennummern waren diese noch völlig „blank!“
Die Rückennummern waren noch von hinten nach vorne geordnet zugeteilt, und somit gehörte die Nr. „1“ dem Torhüter, die Nr. „5“ dem Libero, bis hin zur Nr. „11“ die man als Linksaußen trug!
Alles andere hätte bei den Zuschauern eher Verwunderung ausgelöst!
War man in früheren Zeiten schon froh, wenn der Platzwart den Rasen kurz gemäht hatte, so ist das, – und nicht erst seit dem sich auf den Plätzen immer mehr Mähroboter im Einsatz befinden, – inzwischen Standard!
Dass heutzutage vielerorts zur Schonung des Rasenplatzes plötzlich auf dem Kunstrasen-Platz gespielt wird, überrascht kaum einen gegnerischen Spieler, es sei denn, er hat die falschen Schuhe in seine Sporttasche eingepackt!
Eine geradezu radikale Entwicklung ist bei der Berichterstattung festzustellen, denn während vor Jahrzehnten ein Funktionär oft sehr lange am Telefon hing, um beim Spielleiter die Ergebnisse der Konkurrenten in Erfahrung zu bringen, bekommt der Zuschauer inzwischen jedes Tor dieser Spiele, – inklusive Schütze und Vorlagengeber – auf seinem Smartphone angezeigt!
Mit dieser garantiert unvollständigen Auflistung wird deutlich, dass sich das Geschehen auf dem Fußballplatz in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat, dazu gehört auch, dass der Fußball-freund als Fernseh-Konsument auf die Werbeblöcke und so manches „geistlose Geplapper“ der Kommentatoren und der angeblichen „Experten“ an ihrer Seite gerne verzichten könnte!
In diesem zweiteilige Bericht habe ich zwar auf viele Neuerungen verwiesen, aber noch lange nicht alle Entwicklungen erfasst, wie z.B. die Erweiterung der Junioren-Altersstufen bis hinunter zu den G-Junioren, die Änderungen bei der Talent-Sichtung, den abgeänderten Sportgruß, die modifizierte Platzwahl, den bei Profis anwesenden „4. Offiziellen“, die nicht ganz ungefährliche Pyrotechnik, die Werbebanden in den Stadien, die Einführung der Trinkpausen, oder die automatisierte Bewässerung der Plätze, bis hin zu Anzeigetafeln selbst in unteren Ligen, usw.!
Dabei würde allein schon die heiß diskutierte, und für den Zuschauer kaum noch nachvollziehbare Auslegung, wann tatsächlich ein strafbares Handspiel vorliegt, eine weitere Seite füllen!
Aber wie antwortete Franz Beckenbauer sinngemäß auf die Frage eines Reporter vor dem Spiel nach seiner Taktik:
„Egal ob mit „Vierer-Kette“ oder Hals-Kette gespielt wird, um das Spiel zu gewinnen, muss man immer noch ein Tor mehr erzielen als der Gegner!“
Zumindest daran hat sich bisher nichts geändert, aber wer weiß schon, was sich in den nächsten 50 Jahren für uns Fußballfreunde noch alles ändern wird!

